Ratgeber
Eigenjagd kaufen: Der komplette Ratgeber zu Ablauf, Kosten und Recht
Wer eine Eigenjagd kaufen möchte, steht vor vielen Fragen: Ab welcher Größe ist ein Revier eine Eigenjagd? Was kostet der Erwerb wirklich? Und welche rechtlichen Grundlagen gelten? Dieser Ratgeber beantwortet die wichtigsten Punkte – kompakt und praxisnah.
Was ist eine Eigenjagd? Definition & rechtliche Grundlage
Eine Eigenjagd (auch Eigenjagdbezirk genannt) ist in Deutschland in der Regel eine zusammenhängende Grundstücksfläche von mindestens 75 Hektar, die im Eigentum einer Person steht. Die rechtliche Grundlage bildet § 7 des Bundesjagdgesetzes (BJagdG); einzelne Bundesländer können die Mindestgröße abweichend festlegen.
Der Eigentümer eines Eigenjagdbezirks übt das Jagdrecht selbst aus oder verpachtet es. Für die Jagdausübung ist zusätzlich ein gültiger Jagdschein erforderlich. Gehört die Fläche mehreren Personen gemeinsam, entsteht eine Gemeinschaftliche Jagd bzw. ein gemeinschaftlicher Jagdbezirk – die Eigenjagd setzt grundsätzlich die Fläche in einer Hand voraus.
Wer als Käufer eine zusammenhängende Fläche unter 75 Hektar erwirbt, erhält damit in der Regel keine eigenständige Eigenjagd, sondern ist Teil eines gemeinschaftlichen Jagdbezirks. Der Kauf einer echten Eigenjagd ist daher an die Mindestgröße gekoppelt.
So läuft der Kauf ab
Eigenjagd kaufen: Der Ablauf in 5 Schritten
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Marktrecherche & Anforderungen klären
Definieren Sie Region, Mindestgröße, gewünschte Wildarten und Ihr Budget. Auf dieser Basis suchen wir gezielt nach passenden Eigenjagden und prüfen verfügbare Objekte auf ihre Eignung.
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Unterlagen prüfen
Vor jeder Besichtigung prüfen wir Grundbuchauszug, Flurkarte, Pachtverhältnisse und jagdbehördliche Angaben zum Jagdbezirk. So vermeiden Sie böse Überraschungen.
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Besichtigung & Wertermittlung
Vor Ort bewerten wir Lage, Wildbestand, Hegezustand, Infrastruktur (Jagdhütten, Pirschwege, Fütterungsplätze) und rechtliche Rahmenbedingungen. Das Ergebnis bildet die Grundlage für einen fairen Kaufpreis.
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Verhandlung & Notartermin
Wir verhandeln für Sie den Kaufpreis und begleiten den notariellen Kaufvertrag. Achten Sie auf einen sauberen Übergang bestehender Jagdpachtverträge.
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Übergabe & Eintragung
Nach der Übergabe erfolgt die Umschreibung im Grundbuch sowie die Klärung der jagdbehördlichen Anzeige und ggf. die Neuverpachtung des Jagdrechts.
Kosten
Eigenjagd kaufen: Kosten & Kaufnebenkosten im Überblick
Die Preise für Eigenjagden in Deutschland schwanken stark – je nach Bundesland, Lage, Größe, Wildbestand und jagdlicher Infrastruktur. Neben dem Kaufpreis fallen verbindlich Kaufnebenkosten an:
| Kostenposition | Höhe (Richtwerte) | Erläuterung |
|---|---|---|
| Kaufpreis Eigenjagd | stark variierend | abhängig von Lage, Größe, Wildbestand und Infrastruktur |
| Grunderwerbsteuer | 3,5 % – 6,5 % | Satz je nach Bundesland (z. B. Baden-Württemberg 5 %) |
| Notarkosten | ca. 1,5 % – 2 % | Beurkundung des Kaufvertrags |
| Grundbuchkosten | ca. 0,5 % | Eintragung des Eigentumswechsels |
| ggf. Maklerprovision | individuell | nur bei Vermittlung durch einen Makler |
Tipp: Kalkulieren Sie neben den Kaufnebenkosten auch laufende Kosten ein – etwa für die Wildschadensregulierung, Instandhaltung der Jagdinfrastruktur und ggf. die Führung der Hege. Diese Ausgaben sind planbar und lassen sich bei Verpachtung teilweise durch Pachteinnahmen decken.
Einnahmen: Eigenjagd verpachten & Jagdhütte vermieten
Eine Eigenjagd lässt sich hervorragend als Ertragsobjekt führen. Die häufigste Form ist die Verpachtung des Jagdrechts an einen Jagdpächter. Der Pächter zahlt eine jährliche Jagdpacht, übernimmt die Wildschadensregulierung und hält den Abschussplan ein – Sie behalten das Eigentum am Grund und Boden.
Zusätzlich können Jagdhütten separat verpachtet werden. Je nach Ausstattung und Lage werden Pachterlöse von rund 4 bis 12 Euro pro Quadratmeter und Jahr erzielt. Gut ausgebaute Jagdhütten mit Wasser-, Strom- oder Heizungsanschluss erzielen am oberen Ende der Spanne.
Hinzu kommt der Wertzuwachs: Eine gut geführte Jagd mit gesundem Wildbestand und gepflegter Infrastruktur steigert den Wert der Fläche nachhaltig – Fachleute sprechen von einem Wertanteil der Jagd von bis zu 20 Prozent am Gesamtwert.
Checkliste
Due-Diligence-Checkliste vor dem Kauf
Prüfen Sie vor dem Kauf einer Eigenjagd mindestens diese Punkte:
- Grundbuchauszug: Eigentümer, Belastungen, Wegerechte
- Flurkarte und Flächenangabe: zusammenhängend ab 75 ha
- Bestehende Jagdpachtverträge und Laufzeiten
- Wildbestand und Wildarten: Rotwild, Rehwild, Gamswild, Schwarzwild
- Hege- und Abschussplan des zuständigen Jagdreviers
- Infrastruktur: Jagdhütten, Pirschwege, Fütterungsplätze
- Naturschutzauflagen und Landschaftsschutzgebiete
- Jagdbehördliche Anerkennung des Eigenjagdbezirks
- Verpachtungs- und Nutzungsrechte Dritter (z. B. Landwirte)
- Realistische Wertermittlung durch einen Fachmakler
Brauchen Sie Unterstützung? Wir prüfen diese Punkte für Sie und stehen auch bei der Bewertung und Verhandlung an Ihrer Seite. Nehmen Sie Kontakt auf.
Häufige Fragen
FAQ zum Kauf einer Eigenjagd
Wesentlich sind Grundbuchauszug, Flurkarte, Lageplan, ggf. bestehende Pachtverträge sowie jagdbehördliche Nachweise zum Jagdbezirk. Wir prüfen diese Unterlagen für Sie vor der Kaufentscheidung.
Typische Kaufnebenkosten sind Grunderwerbsteuer (je nach Bundesland 3,5 bis 6,5 Prozent), Notarkosten (rund 1,5 bis 2 Prozent) und Grundbuchkosten (rund 0,5 Prozent) des Kaufpreises.
Für die Jagdausübung benötigen Sie einen gültigen Jagdschein. Der Erwerb der Eigenjagd verleiht das Jagdrecht am Grundstück; die persönliche Jagdausübung setzt einen Jagdschein und die Beachtung der Landesjagdzeiten voraus.
Ja, das Jagdrecht kann an einen Jagdpächter verpachtet werden. Ein sauberer Jagdpachtvertrag regelt Wildschadenshaftung, Abschussplan und Hege. Auch hier beraten wir Sie und vermitteln gegebenenfalls Pächter.
Ja. Eine Eigenjagd lässt sich als reine Kapitalanlage halten und über die Verpachtung des Jagdrechts sowie der Jagdhütte laufende Erträge erzielen – unabhängig von einer eigenen Nutzung.
Mehr zum Thema Wert: Lesen Sie auch unseren Ratgeber zur Jagdwertermittlung und erfahren Sie, welche Faktoren den Preis einer Eigenjagd bestimmen.
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